006: Home, Smart Home?

Welcome (Smart) Home? Der vernetzte Haushalt ist für den einen Utopie, für den anderen ein Albtraum. Was ist heute schon möglich? Und woran scheitert der große Durchbruch des Smart Home? Wir sprechen über unsere eigenen Erfahrungen und wo es noch hakt: Bei Strom, Schaltern, Audio, Video und mehr.


2 Replies to “006: Home, Smart Home?”

  1. fox

    Liebes KFZ Team,
    Zunächst das wichtigste: Der Podcast ist großartig. Toll, dass ihr euch für interessante Themen viel Zeit nimmt.

    Zum Thema Smarthome: Hier sollte man unbedingt über die Insellösungen von Apple, AVM, Philips, etc in Richtung der eher professionelleren Lösungen sehen: Das wäre vor allem KNX, was aber für viel wohl eher ein Traum bleiben wird. Dann gibt es etwa noch etwa Homematic, die ein sehr breites Spektrum an Geräten anbieten.
    Interessant sind auch Konzepte, die verschiedene Lösungen kombinieren können, etwa Homee.

    Nachdem wir vor einigen Jahren ein Haus gekauft haben habe ich sehr viel in Sachen Smarthome gemacht. Allerdings bin ich schnell zum dem Schluss gekommen, dass es grundsätzlich nicht ohne Elektroarbeiten geht, sofern man mehr als Zwischenstecker oder Birnen machen will. Und für spezifischere Lösungen wird sich kein Elektriker finden oder das machen wollen.

    Mittlerweile haben wir eine Vielzahl von Geräten (~60), teils direkt über Aktoren, teils über Relais oder auch über Bastellösungen eingebunden, von Licht über Heizung, Fenster, Gartenbewässerung, Wetter,… :
    – So erkennt ein LDR an einem Raspberry, ob die Waschmaschine „fertig“ blinkt. Dem Trockner entlocken wir seinen Status über einen Zwischenstecker mit Leistungsmessung das Ende des Programms.
    – Ein Rollo haben wir über ein Relais, das eine Fernbedienung schaltet ins Smarthome eingebunden. Alles Beispiele dafür, dass Bastellösungen und Kombinationen von verschiedenen Anbietern häufig erst zum Ziel führen.
    – Unsere Anwesenheitserkennung läuft über die Einbindung von Handys ins Wlan – einfach aber zuverlässig.
    – Unsere Heizung wird zusätzlich zu den Thermostaten an den Heizkörpern über ein Relais nach Bedarf angeschaltet und erforderte das Nutzen eines speziellen Relais der Heizung selbst.
    – Zweck von smarten Rauchmeldern: Bei uns triggert das Signal im Ernstfall eine Vielzahl von Lampen (an) und Rollos (nach oben).
    – …

    Software-Seitig wird alles von fhem (fhem.de) gebündelt. Das ist zwar für Anfänger leicht optisch abschreckend dafür aber unglaublich mächtig: Von einfachen Baumarktsteckdosen über Apple Homekit bis zum Tesla Wallcharger und Solaranlagen lässt sich fast alles einbinden. Bei mir läuft das System damit seit 5 Jahren produktiv und absolut stabil.

    Einige Dinge habe ich dennoch gelernt: Je komplexer die Lösung insgesamt wird, desto mehr Pflege erfordert sie. Für mich ist es ein Hobby geworden, jemand anderem würde ich die Lösung aber nicht ohne weiteres hinstellen.

    Nach Einsparungen habe ich nie wirklich geforscht: Unsere Anwesenheitserkennung triggert die Heizung und die Lampen (bis auf zufällige Lampen zum Einbruchschutz), alle Komponenten benötigen jedoch eine gewisse Grundversorgung – wenn ich Glück habe geht es sich insgesamt aus.

    Grundsätzlich ist bei uns kein Gerät auf Internetverbindung oder gar eine Cloud-Anbindung angewiesen. Wenn ich etwas fest installiere würde ich mich mit der Abhängigkeit von der Technik Dritter auch nicht wohlfühlen.

    Bastellösungen können eine Alternative sein: Warum eine „smarte“ Waschmaschine statt einer gut waschenden Maschine kaufen, wenn es letztlich damit getan ist, die Helligkeit einer Anzeige (aus oder an) abzurufen, um den Status zu erkennen?

    Wirklich smart ist das Gesamtsystem nicht: Wir haben verschiedene Szenarien nach Anwesenheit, Helligkeit Temperatur, Wetter – Mustererkennungen oder lernende Elemente werden aber wohl nie Teil. Gerade in Sachen Akzeptanz habe ich festgestellt, dass es sehr wichtig ist, dass sich Geräte so verhalten, wie man das gewohnt ist. Niemand will das Licht im Treppenhaus mit dem Handy schalten.

    Viele Ideen und entsprechende Lösungen kommen erst mit der Zeit. Ein offenes oder möglichst vielseitiges System ist daher absolut essentiell.

    tl:dr Offenheit ist wichtig, fhem ist super. Bastel ist ok. Es macht Spaß.

    Viele Grüße

Schreibe einen Kommentar zu Stephan Strittmatter Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.